--> Integrierte Leitstelle

Die Integrierte Leitstelle des Saarlandes


Direkt hinter dem Klinikum Saabrücken befindet sich der Funktionsbau der Integrierten Leitstelle des Saarlandes.

Im gleichen Gebäude sind auch die Luftrettungsstation des Rettungshubschraubers „Christoph 16“ und die

Koordinierungsstelle für den Digitalfunk der Sicherheitsbehörden untergebracht.

 

Der Dispositionsraum, wo alle Notrufe landen und von wo aus die 120 Fahrzeuge des Rettungsdienstes und die

Feuerwehren des Landes zu ihren Einsätzen geschickt werden, ist insgesamt 270m² groß und bietet ausreichend

Platz für 15 Abfrageplätze. Jeder dieser Plätze ist mit bis zu 3 Bildschirmen ausgestattet und greift auf ein

hochmodernes Einsatzleit- und Telefonsystem zurück. Ergänzend stehen den Mitarbeitern auf einer Videowand

eine Vielzahl von wichtigen Informationen zur Verfügung. Hier wird zum Beispiel der über GPS-System ermittelte

aktuelle Standort jedes einzelnen Fahrzeugs und dessen derzeitiger Arbeitsauftrag angezeigt.


Für die administrativen und organisatorischen Aufgaben einer zentralen Leitstelle stehen ausreichende Büroflächen

zur Verfügung.


Für die technischen Anlagen wurden die Vorschriften der Leitstellennorm DIN EN 50518 umgesetzt, womit ein

erheblicher Gewinn an Betriebssicherheit erreicht werden konnte. Die gesamte Außenhülle des Gebäudes ist mit

Videokameras überwacht. Im Gebäude befinden sich neben einer Einbruchmeldeanlage jeweils Sicherheitsschleusen

vor den besonders relevanten Gebäudebereichen, um nur befugten Personen den Zutritt zu diesem Bereich zu

gewähren. Die Disponenten, die über eine hohe Fach- und Sozialkompetenz verfügen, haben alle eine

Sicherheitsüberprüfung durchlaufen. Elementarer Bestandteil der Sicherheitsphilosophie sind Redundanzen, um

beim Ausfall eines Systems mindestens ein weiteres zur Verfügung zu haben, welches sofort einspringen kann.

Unter anderem gewährleisten ein Notstromaggregat zur Überbrückung von Stromausfällen und ein vierfach

vorhandenes Rechnersystem höchste Ausfallsicherheit. In den Server-Räumen verhindert die Reduktion des

Sauerstoffgehaltes die Brandentstehung und somit einen hohen Sachschaden sowie einen Ausfall der Technik.


Insgesamt sind 60 Mitarbeiter im Schichtdienst der Integrierten Leitstelle eingeteilt. Daneben sind Techniker

und EDV-Spezialisten rund um die Uhr vor Ort.

  

Die Rettungsleitstelle bezog erstmals 1978 die Räumlichkeiten auf dem Saarbrücker Winterberg und in den

späten 90ern erfolgte eine erste Erweiterung. Die rettungsdienstlichen Einsätze sind in dieser Zeit von ca. 50.000 (1980)

auf inzwischen über 200.000 (2015) Einsätze in der Notfall­rettung und im Krankentransport gestiegen. Zusätzlich

lassen weitere Leistungsbereiche wie der Hausnotruf und die regionale Alarmierung des kassenärztlichen

Notfalldienstes die Zahl der jährlich abzuarbeitenden Hilfeersuchen auf über 220.000 Fälle ansteigen. Diese

Entwicklung, aber auch die Anforderungen an eine moderne Kommunikations-, Dispositions- und Sicherheitstechnik

machten im Jahr 2010 einen Neu- und Erweiterungsbau dringend erforderlich, der im Oktober 2012 in Betrieb

genommen werden konnte.


Damit über eine einzige zentrale Notrufnummer sowohl Rettungsdienst, wie auch Feuerwehr abgefragt werden

können, mussten die Rettungsleitstelle und die Leitstellen der Feuerwehren zur Integrierten Leitstelle des Saarlandes

zusammengefasst werden.


Mit Inkrafttreten des novellierten Gesetzes über die Errichtung und den Betrieb der Integrierten Leitstelle des

Saarlandes (ILSG) hat der Gesetzgeber dem Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF)

die Trägerschaft für die ILS übertragen.


Seit dem 01.01.2016 wird die einheitliche europäische Notrufnummer 112 aus allen saarländischen Landkreisen

und dem Regionalverband Saarbrücken in der Integrierten Leitstelle in Saarbrücken abgefragt.


Die landesweite Einführung der Notrufnummer 112 für Rettungsdienstdienst und Feuerwehr ist damit abgeschlossen.




Quelle:
http://www.zrf-saar.de/